Neue Ansprechpartner für Osnabrück
Unabhängigkeit ist gewährleistet
Wer im Bistum Osnabrück sexualisierte Gewalt erfahren hat und darüber reden möchte, findet zwei neue Ansprechpersonen. Sie sind Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt, wodurch ihre Unabhängigkeit vom Bistum geregelt ist.

Für Betroffene von sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück stehen mit Olaf Düring und Kerstin Hülbrock von der Familienberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Osnabrück zwei neue unabhängige Ansprechpersonen zur Verfügung. Irmgard Witschen-Hegge hatte diese Aufgabe nach 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit abgegeben. Antonius Fahnemann, der ebenfalls als Ansprechperson wirkt, bleibt neben Düring und Hülbrock weiter in dieser Funktion tätig.
Olaf Düring ist Psychologe und Psychotherapeut und leitet die Familienberatungsstelle der AWO. Die Sozialpädagogin und Systemische Paar- und Familientherapeutin Kerstin Hülbrock ist dort als Beraterin tätig. Die Unabhängigkeit der Anlaufstelle sei in einer Kooperationsvereinbarung von AWO und Bistum festgeschrieben worden, so Hülbrock und Düring. Damit werde der Anspruch weiter gestärkt, externe Instanzen in die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt einzubeziehen. Die inhaltliche und strukturelle Distanz der AWO zur katholischen Kirche könne Betroffene ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Vertrauen solle gestärkt werden, dass alle Anliegen ernst genommen und die Interessen der Betroffenen nachhaltig unterstützt werden.
„Viele unrühmliche Höhepunkte begleitet“
Heinz-Wilhelm Brockmann, Mitglied der Gruppe, die für Steuerung und Kontrolle im diözesanen Schutzprozess verantwortlich ist, freut sich über das Engagement. Es seien zwei kompetente und einfühlsame Ansprechpersonen gewonnen worden, die zurecht ihre Unabhängigkeit betonten. Antonius Fahnemann setzt auf eine offene und kollegiale Zusammenarbeit mit den Nachfolgern von Irmgard Witschen-Hegge, deren Abschied er bedauert. „Nach ihrer 20-jährigen Tätigkeit habe ich großes Verständnis für ihre Entscheidung. Sie hat viele unrühmliche Höhepunkte der Missbrauchsproblematik in der katholischen Kirche begleitet – und zwar immer aus der besonders belastenden Perspektive der Betroffenen.“
(bpo/kb)
So sind die Ansprechpersonen zu erreichen:
Olaf Düring, Tel. 08 00/ 5 01 56 84;
E-Mail: duering@awo-os.de
Kerstin Hülbrock, Tel.: 08 00/ 5 01 56 85;
E-Mail: huelbrock@awo-os.de